UNICEF-Studie zeigt: Jugendliche wollen Schutz anstatt Verbote

Deutschland. Eine aktuelle UNICEF-Studie zeigt, dass Jugendliche soziale Medien sowohl als Bereicherung, aber auch als Belastung wahrnehmen. Während Plattformen vor allem für den Kontakt zu Freund*innen und zur Inspiration genutzt werden, sehen viele junge Menschen zugleich Risiken wie Zeitverlust, Mobbing, Hassrede und Falschinformationen. Anstatt pauschaler Verbote sprechen sich die Befragten vor allem für bessere Schutzmaßnahmen auf den Plattformen und mehr Aufklärung aus. Ein zentrales Anliegen der Jugendlichen richtet sich an Erwachsene in Schule und Familie: Anstatt Verbote auszusprechen, wünschen sie sich Gespräche auf Augenhöhe, die sowohl Chancen als auch Risiken sozialer Medien berücksichtigen. Die Studie kann online abgerufen werden.


Für die Studie befragte UNICEF Deutschland im April 2026 insgesamt 1.072 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren zu ihren Erfahrungen mit sozialen Medien. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Befragten die positiven Möglichkeiten sozialer Netzwerke schätzen. Besonders häufig werden der Kontakt zu wichtigen Menschen sowie die Möglichkeit genannt, neue Anregungen und Inspirationen zu erhalten. Gleichzeitig benennen die Jugendlichen verschiedene Herausforderungen. Als größtes Problem gilt der hohe Zeitaufwand, gefolgt von Erfahrungen mit Mobbing, Hass und Beleidigungen sowie der Verbreitung von Falschinformationen. Mädchen berichten häufiger von Druck durch Schönheitsideale, während Jungen verstärkt Gewaltvideos als problematisch wahrnehmen. Jüngere Jugendliche sehen insbesondere verstörende Inhalte und Deepfakes kritisch.

Beim Thema Regulierung wünschen sich die Befragten vor allem mehr Schutz auf den Plattformen. Genannt werden u.a. automatisch geschützte Profile für jüngere Nutzer*innen sowie eine konsequentere Sperrung unangemessener oder gefährlicher Inhalte. Altersgrenzen allein halten viele Jugendliche hingegen für wenig wirksam, da diese häufig umgangen werden können.

Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren haben ein differenziertes Bild der Nutzung sozialer Medien in ihrer Altersgruppe. Insgesamt sind 38 Prozent der Ansicht, dass die Vorteile überwiegen. Für 46 Prozent halten sich Vor- und Nachteile die Waage. 16 Prozent denken, dass soziale Medien überwiegend Nachteile haben.

Ein zentrales Anliegen der Jugendlichen richtet sich an Erwachsene in Schule und Familie: Statt Verbote auszusprechen, wünschen sie sich Gespräche auf Augenhöhe, die sowohl Chancen als auch Risiken sozialer Medien berücksichtigen.

Alle weiteren Informationen sowie die Studie sind hier zu finden.


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