30 Jahre Einheit: Studie – Zusammenhalt im vereinten Deutschland

30 Jahre Einheit: Studie – Zusammenhalt im vereinten Deutschland

Deutschland. Nach drei Jahrzehnten haben die Deutschen in Ost und West immer noch sehr unterschiedliche Perspektiven auf die Wiedervereinigung und das vereinte Deutschland. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung. Die 60-seitige Publikation kann kostenfrei eingesehen und heruntergeladen werden.


Die Geschichte der deutschen Einheit wird in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich erzählt. Während für die Menschen im Ostteil des Landes die gesellschaftlichen Veränderungen eng mit teilweise dramatischen biografischen Umbrüchen verbunden sind, fehlt im Westen häufig ein persönlicher Bezug zur Wiedervereinigung. "Die deutsche Einheit ist im Osten die Geschichte der friedlichen Revolution (…). Die Geschichte im Westen dagegen handelt vom Scheitern der DDR (…)", sagt Kai Unzicker, Experte für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Durchführung der Studie gliedert sich in drei methodische Schritte. Den Anfang bildeten 50 ethnografische Tiefeninterviews. Im November 2019 wurden jeweils zehn dieser Interviews im weiteren Umfeld von fünf Städten in Ost- und Westdeutschland geführt: Rostock, Berlin, Leipzig, Essen und Nürnberg. Die Hälfte der Teilnehmenden der Interviews war rund 60 Jahre alt und hat die deutsche Einheit somit im Erwachsenenalter erlebt. Die andere Hälfte war etwa 30 Jahre alt, ist also erst nach der Wiedervereinigung aufgewachsen. An allen Standorten wurden auch Personen mit Migrationshintergrund interviewt.

Im zweiten Schritt nahmen 42 der Interviewpartner*innen getrennt nach den fünf Standorten im April 2020 über zwei Wochen an Diskussionen in Online-Communities und an zwei Online-Fokusgruppen teil. Abschließend gab es eine dritte Online-Fokusgruppe mit Vertreter*innen aller fünf Standorte, um die Diskussionen zusammenzuführen.

Den dritten Schritt bildete eine repräsentative quantitative Online-Befragung von 1.581 Personen ab 18 Jahren, von denen 779 aus Westdeutschland und 802 aus Ostdeutschland stammten. Darunter waren auch 170 Perso-nen mit Migrationshintergrund. Diese Befragung fand zwischen dem 5. und 10. Juni 2020 statt und dauerte im Schnitt jeweils zehn Minuten.

Die Studie der Bertelsmann Stiftung kann hier kostenfrei gelesen und heruntergeladen werden.


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