Ergebnisse des "Deutschen Schulbarometers Schüler*innen 25/26" veröffentlicht

Deutschland. Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem im März 2026 veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Laut der repräsentativen Studie fühlt sich ein Viertel der Schüler*innen psychisch belastet. Für die aktuelle Ausgabe, die in Kooperation mit der Universität Leipzig entstand, wurden etwa 1.500 Schüler*innen zwischen 8 und 17 Jahren und deren Erziehungsberechtigte befragt. Die Studie ist online abrufbar.


Die soziale Herkunft ist laut der Studie ein entscheidender Faktor für die mentale Gesundheit. Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent), geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent) und niedriger Lebensqualität (36 Prozent). Gleichzeitig empfindet fast die Hälfte aller Befragten hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen.

Eine große Kluft deckt das Schulbarometer beim Thema Mitbestimmung auf. Während drei Viertel der Schüler*innen mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate wünschen, geben vier Fünftel an, hier kaum mitreden zu können. Selbst etablierte Gremien wie die Schüler*innenvertretung werden von 43 Prozent der Befragten als wirkungslos eingeschätzt. Die Studie belegt dabei einen klaren Zusammenhang – Wer mitentscheiden darf, fühlt sich in der Schule wohler. Diesem Wunsch nach mehr Beteiligung steht eine deutlich andere Wahrnehmung der Lehrkräfte gegenüber. In einer früheren Befragung des Deutschen Schulbarometers hielt mehr als die Hälfte der Lehrkräfte (55 Prozent) die vorhandenen Mitbestimmungsmöglichkeiten für ausreichend.

Auch Mobbing ist für viele Schüler*innen Alltag. Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird mindestens einmal im Monat von Mitschüler*innen schikaniert, jede*r Zehnte sogar wöchentlich oder täglich. Besonders häufig sind 14-Jährige betroffen (38 Prozent). Dabei wird Mobbing im direkten, persönlichen Kontakt häufiger erlebt als Cybermobbing, tritt aber oft in Kombination auf. Ein positiver Aspekt: Die Aufklärung an den Schulen scheint anzukommen. Vier von fünf Schüler*innen wissen, an wen sie sich für Hilfe wenden können.

Mit dem Deutschen Schulbarometer lässt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Befragungen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland durchführen. Seit 2024 werden neben Lehrkräften auch Schüler*innen und jeweils ein Elternteil befragt. Beide Erhebungen sind Längsschnittuntersuchungen. Ergänzt werden sie durch das "Deutsche Schulbarometer Fokus". Mit diesem Befragungsinstrument werden aktuelle Schwerpunktthemen vertiefend untersucht. Für die aktuelle Ausgabe befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer Onlinebefragung zwischen dem 9. Mai und dem 3. Juni 2025 insgesamt 1.507 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren sowie jeweils einen Elternteil.

Eine Zusammenfassung sowie Infografiken können hier auf der Seite des Deutschen Schulportal eingesehen werden. Der Bericht kann hier auf der Seite der Robert Bosch Stiftung abgerufen werden.


Robert Bosch Stiftung GmbH
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Fon: 0711.460 840
Mail: nfbsch-stftngd
Web: www.bosch-stiftung.de


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