Petition "Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!"

Petition "Zukunft sichern: Jugendarbeit vor Ort retten!"

Magdeburg. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt (KJR LSA) hat in Kooperation mit landesweiten Trägern eine Petition gestartet, welche Mitglieder des Landtages und der Landesregierung dazu bewegen soll, sich aktiv für die Jugendarbeit vor Ort einzusetzen. Ziel ist eine Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.


Die Situation der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort wird zunehmend prekärer. Beispielsweise musste kürzlich ein gut besuchter Jugendclub im Salzlandkreis geschlossen werden. Auch einem zweiten Club in Schönebeck droht die Schließung, weil Anteile der Finanzierung durch die Stadt wegbrechen. Ziel der Initiator*innen der Petition, die sich an die Mitglieder des Landtages und die Landesregierung richtet, ist daher eine Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt, um landesweit die Rahmenbedingungen der Jugendarbeit zu verbessern. 

Nicole Krökel (Vorstand KJR LSA) beschreibt die Situation in Schönebeck wie folgt: "Gerade im ländlichen Raum ist die Situation unglaublich angespannt. Clubbesucher*innen wissen regelmäßig am Ende des Jahres nicht, ob der Club im Januar noch offen ist – Fachkräfte, ob ihr Vertrag verlängert werden kann. Die Situation ist unhaltbar. Mittel für Investitionen sind oft nicht eingeplant, die Ausstattung vieler Räume aus dem letzten Jahrtausend, eine technische Ausstattung faktisch nicht vorhanden. Es besteht dringender Handlungsbedarf." 

Fabian Pfister (Vorstand KJR LSA) ergänzt: "Als Kinder- und Jugendring beobachten wir die Situation mit großer Sorge. Bereits bei der letzten Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes im Dezember 2018 haben wir auf die sich verschärfende Situation hingewiesen und ein Sofortprogramm gefordert. Die Informationen, die uns in den letzten Monaten erreicht haben, machen deutlich, dass die Situation sich weiter zuspitzt. So gibt es auch aus anderen Landkreisen Berichte, dass hier die seit Jahren wackligen Finanzierungsmodelle einzubrechen drohen."

In Bezug auf die Fachkräfte führt er weiter aus: "Im Bereich der Jugendarbeit vor Ort steht zudem ein Generationswechsel bei vielen Mitarbeiter*innen an. Viele Kolleg*innen, die die Jugendarbeit in den letzten Jahrzehnten getragen haben, gehen in den Ruhestand. Vielerorts können Stellen nur mit Mühe und Not besetzt werden. Die Arbeitsplätze sind geprägt von Befristung, vergleichsweise schlechter Bezahlung, familienunfreundlichen Arbeitszeiten in Abendstunden und am Wochenende sowie, gerade auf dem Land, langen Fahrtstrecken und mehreren zu betreuenden Einrichtungen. Diese Rahmenbedingungen sind einfach nicht attraktiv für Berufseinsteiger*innen."

Den Petitionstext sowie Erläuterungen zu den Forderungen finden Sie hier. Direkt zur Petition gelangen Sie hier.


Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.
Schleinufer 14
39104 Magdeburg
Fon: 0391.535 394 80
Mail: pttnkjr-lsd
Web: www.kjr-lsa.de


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