JIMplus-Studie 2026 veröffentlicht

Deutschland. Die neue JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest untersuchte das digitale Wohlbefinden von Jugendlichen und zeigt ein ambivalentes Bild der Social-Media-Nutzung. Soziale Netzwerke bieten vielen jungen Menschen Orientierung, Informationen und Gemeinschaft, aber werden zugleich als Quelle von Ablenkung, Konzentrationsproblemen und sozialem Druck wahrgenommen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Chancen digitaler Medien ebenso wie die Herausforderungen für das Wohlbefinden junger Menschen. Befragt wurden bei der Studie 800 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren. Die Publikation und dazugehörige Materialien können kostenfrei heruntergeladen werden.


Die Studie zeigt, dass Social Media ein fester Bestandteil der Lebenswelt Jugendlicher ist. Während Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok und Snapchat für viele junge Menschen wichtige Informationsquellen darstellen und ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln, berichten zahlreiche Befragte auch von negativen Auswirkungen auf ihren Alltag. Besonders häufig nennen Jugendliche Ablenkung, fehlende Zeit für Erholung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit als Folgen intensiver Social-Media-Nutzung. Mädchen berichten dabei häufiger als Jungen von Vergleichsdruck und einem negativen Einfluss auf das eigene Körperbild. Darüber hinaus gehören problematische Inhalte für viele Jugendliche zum digitalen Alltag. Besonders häufig begegnen ihnen Fake News, extremistische Inhalte und Hassrede. Als besonders belastend werden dagegen Mobbing, ungewollte Nacktbilder, Gewaltdarstellungen sowie Inhalte wahrgenommen, die Essstörungen oder selbstverletzendes Verhalten verharmlosen.

Gleichzeitig unterstreicht die Studie die Bedeutung sozialer Beziehungen für das Wohlbefinden junger Menschen. Freundschaften und familiäre Bindungen erweisen sich als wichtige Ressourcen im Umgang mit Belastungen. Bei Sorgen suchen Jugendliche vor allem den Austausch mit vertrauten Personen, während KI-Chatbots bislang nur eine geringe Rolle spielen.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) seit 1998 jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Mit der JIMplus-Studie 2026 legt der mpfs nun eine ergänzende Sonderstudie zum digitalen Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen vor. Dazu dokumentierten in einem ersten, qualitativen Schritt 33 Jugendliche ihren digitalen Alltag mittels Online-Tagebuch, anschließend nahmen 20 von ihnen an einem Online-Einzelinterview teil. In einem zweiten Schritt wurde mit 800 Jugendlichen zwischen dem 13. und 27. Mai 2026 eine repräsentative Online-Umfrage durchgeführt.

Alle weiteren Informationen sowie der Link zur Studie sind hier zu finden.


Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
c/o Landesanstalt für Kommunikation (LFK)
Reinsburgstraße 27
70178 Stuttgart
Fon: 0711.669 91 51
Mail: y.gerigk@lfk.de
Web: www.mpfs.de


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