Deutschland. Die Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder in Deutschland ist erneut angestiegen. Der deutlichste Zuwachs zeigt sich dabei im Bereich der Taten ohne Körperkontakt. Dazu gehören beispielsweise Fälle von Cybergrooming sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder in Messengern oder im Videochat. Dies geht aus der im Juli 2026 veröffentlichten "Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025" des Bundeskriminalamts hervor. Laut dem Bundeslagebild gab es 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Davon waren rund 5.000 Fälle der Kategorie "Sexueller Missbrauch von Kindern – Einwirken auf Kinder ohne Körperkontakt" zuzuordnen. Die Veröffentlichung kann kostenfrei heruntergeladen werden.
Das Anbahnen sexueller Kontakte zu Kindern im Internet wird als Cybergrooming bezeichnet. Diese Art der sexuellen Gewalt geht zwar am häufigsten von erwachsenen, männlichen Tätern aus. Allerdings zeigt das Bundeslagebild, dass im Jahr 2025 rund jede dritte tatverdächtige Person im Bereich der sexuellen Gewalt gegen Kinder selbst unter 18 Jahren alt war. Auch in dieser Altersgruppe war die Zahl der männlichen Tatverdächtigen höher.
Die Zahlen zeigen, dass dringend mehr Aufklärungsarbeit zum Thema sexuelle Gewalt im digitalen Raum benötigt wird. Einerseits, um Kinder und Jugendliche mit dem Wissen auszustatten, sexuelle Übergriffe zu erkennen, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Andererseits zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts, dass ein signifikanter Anteil sexueller Gewalt gegen Kinder von anderen Kindern und Jugendlichen ausgeübt wird. Außerdem geraten Tausende Kinder und Jugendliche ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, weil sie sexualisierte Aufnahmen von sich oder anderen Kindern und Jugendlichen über das Internet verschicken.
Das "Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025" des Bundeskriminalamts kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
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