Seminar zum Konzept der Neuen Autorität in Schule, Jugendhilfe und Familie

Seminar zum Konzept der Neuen Autorität in Schule, Jugendhilfe und Familie

Berlin. Das Institut für Soziale Kompetenz und Gewaltprävention bietet ein Trainingsseminar für Lehr- und Fachkräfte in Schule, Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie über das Konzept der "Neuen Autorität" an. In drei jeweils zweitägigen Modulen am 4. und 5. Dezember 2020, 21. und 22. Januar sowie am 18. und 19. Februar 2021 wird das Konzept der "Neuen Autorität" im Bezug auf "auffällig" erlebte Kinder und Jugendliche betrachtet. Die Anmeldungen werden bis zum 5. November 2020 entgegengenommen.


Immer wieder werden Lehr- und Fachkräfte in Schule, Sozialer Arbeit, Pädagogik und Psychologie mit als "auffällig" und auch gewalttätig erlebten Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Viele Pädagog*innen fühlen sich zunehmend überfordert. Sie sind mitunter ratlos, wie sie auf diese Verhaltensweisen kompetent reagieren sollen, oder ziehen sich zurück, lassen gewähren oder geraten in eskalierende Machtkämpfe, die zu weiterer Verzweiflung und Ohnmacht führen können.

Prof. Dr. Haim Omer (Uni Tel Aviv) und Prof. Dr. Arist von Schlippe (Uni Witten/Herdecke) haben in diesem Zusammenhang das Konzept der "Neuen Autorität" entwickelt. Es findet als systemischer Ansatz immer mehr Verbreitung in Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe. Es bietet neue Wege für diejenigen, die mit "auffällig" erlebten Kindern und Jugendlichen und deren Familien arbeiten. Das Konzept beschreibt die Notwendigkeit, Autorität neu zu definieren.

Die verantwortlichen Pädagog*innen lernen über die Haltung der Präsenz die entstandenen Eskalationsprozesse zu erkennen und aus den "Machtkämpfen" auszusteigen, deeskalierend und beziehungsfördernd vorzugehen und anhand der Interventionsmöglichkeiten der "Neuen Autorität", eines transparenten öffentlichen Vorgehens und der Nutzung eines Unterstützungsnetzwerkes neue Möglichkeiten in der Entwicklung tragfähiger Beziehung verantwortlich zu entwickeln. Im Seminar werden die wesentlichen Inhalte, Grundhaltungen und Interventionen der "Neuen Autorität" erarbeitet und anhand der Erfahrungen der Teilnehmenden reflektiert. Der modulare Aufbau des Seminars ermöglicht das Anwenden und Erproben in der pädagogischen Alltagspraxis.

1. Modul - Einführung (4.-5. Dezember 2020)

  • Haltungsaspekte der "Neuen Autorität" und des "Gewaltlosen Widerstands" in der Erziehung
  • Eskalationsdynamiken, Entwicklung von negativen Abwertungssystemen
  • Umgang mit Scham und Beschämung
  • Begriffsklärung: "Traditionelle Autorität" vs. "Neue Autorität" -Präsenz als Quelle der "Neuen Autorität"

2. Modul - Vertiefung (21.-22. Januar 2021)

  • Sicherheit, Schutz und das Konzept der "Wachsamen Sorge" -Handlungsaspekte der "Neuen Autorität": Selbstkontrolle
  • Deeskalationsstrategien, die Prinzipien des Nicht-Hineingezogenwerdens und des Aufschubs, 3+1-Körbe-Methode, therapeutisch-pädagogischer Leitfaden zum Vorgehen im Konzept der Neuen Autorität, schweigendes Gespräch, Ankündigung

3. Modul - Vertiefung (18.-19. Februar 2020)

  • Weitere Interventionsmöglichkeiten der „Neuen Autorität“: Sit-In, Telefonkette, Transparenz - Öffentlichkeit; Aktivierung von Unterstützer*innen, präsente/ begleitende Suspendierung, Nachgehen und Aufsuchen, Versöhnungsgesten und Beziehungsgestaltung

Abschluss
Das BISG erteilt den Teilnehmenden ein Basis-Zertifikat "Neue Autorität und Gewaltoser Widerstand in der Erziehung", das für die Zertifizierung zum "Trainer*in für Neue Autorität und menschenwürdige Pädagogik" angerechnet werden kann, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Teilnahme an allen Terminen
  • Erarbeitung/Präsentation einer Ankündigung aus der eigenen Praxis
  • Durchführung eines Interviews mit einem Kind/Jugendlichen
  • Durchführung eines Sit-In’s mit den Teilnehmenden

Das Seminar umfasst drei Module mit insgesamt 60 UE. Anmeldeschluss für die Teilnahme ist der 5. November 2020. Die Teilnahmegebühr liegt bei 620 Euro.

Weitere Informationen sind hier zu finden. Das Formular zur Anmeldung an den Modulen gibt es hier.


Berliner Institut für Soziale Kompetenz & Gewaltprävention e.V.
Roland Büchner
Bundesratufer 2 (Haus Lessing)
10555 Berlin
Fon: 030.398 781 34
Mail: nfszls-trnngd
Web: www.soziales-training.de


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