Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2023

Sachsen-Anhalt. Die Mobile Opferberatung hat ihre Jahresbilanz aus 2023 veröffentlicht. Dem ist zu entnehmen, dass sich rechte, rassistische und antisemitische Gewaltstraftaten in Sachsen-Anhalt seit nunmehr fünf Jahren auf etwa gleichbleibend hohem Niveau stabilisiert haben. Die ersten Auswertungen und Aufnahmen der bekannt gewordenen Fällen aus dem Jahr 2023 zeigen, wie rechte, rassistische und antisemitische Gewalt den Alltag vieler Betroffener beeinflusst. Die Bilanz verzeichnet, dass Sachsen-Anhalt ein dramatisches Rassismus-Problem hat. Mit 168 Angriffen und 238 direkt Betroffenen in 2023 ist Rassismus mittlerweile in fast drei Vierteln aller Fälle das bei weitem häufigste Tatmotiv.


Besonders auffallend bei den Bilanzen ist der Anstieg der Bedrohungen und Nötigungen, die 2023 bei 84 Fällen liegt, verglichen mit 17 Fällen im Vorjahr. Zum einen kann die Steigerung der Fälle auf die Änderung der Erfassungskriterien zurückgeführt werden, auf die sich die Mitgliedsorganisationen im Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt geeinigt haben. Allerdings zeigt sich auch ohne Veränderung der Zählweise ein hoher Anstieg der Gewalttaten.

"Statistisch gesehen wurden damit in 2023 alle ein bis zwei Tage Menschen in Sachsen-Anhalt aus rassistischen, queerfeindlichen, antisemitischen und weiteren rechten Motiven verletzt, bedroht und attackiert – mit teilweise langanhaltenden Folgen sowohl für die Betroffenen selbst als auch die betroffenen Communities", zitiert die Mobile Opferberatung Antje Arndt, Projektleiterin.

Die Jahresbilanz verzeichnet, dass Sachsen-Anhalt ein dramatisches Rassismus-Problem hat. Mit 168 Angriffen und 238 direkt Betroffenen in 2023 ist Rassismus mittlerweile in fast drei Vierteln aller Fälle das bei weitem häufigste Tatmotiv. Aber auch die queerfeindliche Gewalt hat sich verdoppelt. Die Gewalt gegen LGBTQ* weist die höchsten Zahlen seit Beginn des Monitorings im Jahr 2003 auf. Antisemitismus ist das dritthäufigste Tatmotiv. Der Anstieg der Taten ist vor allem auf die veränderte Zählweise von Bedrohungen zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der politisch rechts motivierten Angriffe wurden im öffentlichen Raum wie Straßen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Haltestellen verübt.

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Mobile Opferberatung. Unterstützung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
c/o Miteinander e.V.
Landsberger Straße 1
06112 Halle (Saale)
Fon: 0345.226 71 00
Mail: pfrbrtngnrdmtnndr-vd
Web: www.mobile-opferberatung.de


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